Multiple Sklerose erkennen
Die Multiple Sklerose tritt erstmalig überwiegend bei Patienten zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf, wobei aus noch ungeklärten Ursachen insbesondere junge Frauen von der Autoimmunerkrankung betroffen sind. Besteht der Verdacht, dass der Patient an Multiple Sklerose erkrankt ist, wird der Arzt i. d. R. zunächst einmal Fragen zu dessen Krankheitsvorgeschichte stellen (Anamnese). Mögliche neurologische Defizite, die in der Vergangenheit aufgetreten sind und nicht richtig eingeordnet werden konnten, können ggf. auf diese Art zugeordnet werden.
Ergänzend zur Erhebung der Krankheitsvorgeschichte werden jedoch auch klinisch-neurologische Untersuchungen durchgeführt, im Rahmen derer z. B. die Reflexe, die Motorik sowie die Sehfunktion des Patienten überprüft werden. U. U. lassen diese Untersuchungen schon Rückschlüsse zu, welche Stellen im ZNS von autoaggressiven T-Zellen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Ergänzend können dazu auch elektrophysiologische Untersuchungen durchgeführt werden, bei denen die Reaktionen des Patienten auf visuelle und akustische Reize überprüft werden. Als alleiniges Diagnoseverfahren reichen sie allerdings nicht aus.
Bildgebende Verfahren
Um die sichere Diagnose einer manifesten MS stellen zu können, muss der behandelnde Arzt eine zeitliche und räumliche Streuung von Entzündungsherden im ZNS feststellen. Hierzu kann insbesondere auf bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) sowie die Computertomographie (CT) zurückgegriffen werden. Mit beiden Untersuchungstechniken können Schnittbilder des ZNS erstellt werden, die Entmarkungsherde sichtbar machen.
Obwohl den bildgebenden Verfahren ein hoher Stellenwert in der MS-Diagnostik zukommt, sollte der Arzt nicht auf die Lumbalpunktion verzichten. Gerade bei einem ersten Krankheitsschub können Tomogramme gänzlich unauffällig sein. Bei einer Lumbalpunktion wird dem Patienten Nervenwasser (Liquor) entnommen; dazu wird eine Punktionsnadel zwischen zwei Lendenwirbel in den unteren Teil des Wirbelkanals des Patienten eingeführt. In der anschließenden Laboruntersuchung lässt sich feststellen, ob die Zellzahl im Nervenwasser erhöht ist und ob bestimmte Eiweißkörper (IgG) vorkommen. Ist dies der Fall, spricht dies für ein Entzündungsgeschehen im ZNS.
msf